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Erinnerung braucht Raum für Fragen – Jugendliche im Dialog mit Michel Friedman und Heike Hofmann

Aug 21
3 min read

Updated: Sep 17

Erinnern erleben, Verantwortung mitgestalten: In Darmstadt diskutierten Schülerinnen und Schüler über die Shoah, Antisemitismus, Rassismus und das Zusammenleben heute. Dogus Albayrak und Awa Yavari moderierten den Austausch.
„Erinnern erleben – Verantwortung mitgestalten“ am 19. August 2026 in Darmstadt: Auf Einladung von Schulleiter Herrn Siede diskutierten Jugendliche mit Prof. Dr. Michel Friedman und Staatsministerin Heike Hofmann über Erinnerung und Verantwortung. Die Moderation übernahmen Awa Yavari und Dogus Albayrak."

Foto: Marcel Maffei für HSMI



Darmstadt, 19. August 2026


„Ich möchte über den Holocaust lernen“, steht auf einer handgeschriebenen Karte. Die Aufnahme aus der Veranstaltung hält einen persönlichen Lernwunsch fest. Zugleich führt sie zu einer Frage, die die Begegnung prägte: Was möchten junge Menschen über Geschichte erfahren – und welche Bedeutung hat dieses Wissen für ihre Gegenwart?


Schülerinnen und Schüler der zehnten Jahrgangsstufe der Bernhard-Adelung-Schule kamen dazu mit Prof. Dr. Michel Friedman und Staatsministerin Heike Hofmann zusammen. Veranstaltungsort war die Aula der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule in Darmstadt. Vier Stunden lang wurde gelernt, gefragt und gearbeitet: über die Shoah, über Antisemitismus und Rassismus und darüber, welche Verantwortung aus Geschichte für das Zusammenleben heute erwächst.


Michel Friedman im Dialog mit Jugendlichen


Die Jugendlichen waren nicht lediglich das Publikum eines Gesprächs zwischen Erwachsenen. Ihre Fragen und Perspektiven bestimmten den Austausch mit – ausdrücklich auch ihr Widerspruch. Das Format setzte auf Beteiligung statt auf einen Vortrag mit einer kurzen Fragerunde am Ende. Die Impulse kamen auch von den Schülerinnen und Schülern selbst.


Dogus Albayrak beschreibt diesen Schwerpunkt in seinem Rückblick:

„Ihre Fragen, Perspektiven und auch ihr Widerspruch standen im Mittelpunkt.“

So verband die Begegnung die Auseinandersetzung mit historischen Ereignissen mit den Sichtweisen der Jugendlichen. Neben der Frage nach dem Geschehenen stand die Frage nach seiner Bedeutung: Was hat Erinnerung mit dem eigenen Leben zu tun? Und was verlangt gesellschaftlicher Zusammenhalt heute?


Erinnerungskultur in Darmstadt: Geschichte verstehen, Gegenwart mitgestalten


Staatsministerin Heike Hofmann betont in der begleitenden Veröffentlichung:

„Erinnerung ist nicht nur Schulstoff, sie ist auch eine Haltung.“

Den beteiligungsorientierten Ansatz fasst sie dort mit den Worten zusammen:

„Deshalb führen wir dieses Gespräch nicht über junge Menschen, sondern mit ihnen.“

Auch Miriam Zeleke, Landesbeauftragte für die Beteiligung und Förderung von Kindern und Jugendlichen, hebt den persönlichen Zugang zur Geschichte hervor:

„Erinnerung ist eine Aufgabe, die jede Generation neu übernimmt. Junge Menschen wollen wissen, was diese Geschichte mit ihnen zu tun hat – und sie gestalten sie mit, sobald sie es wissen.“

Beide Aussagen beschreiben einen Schwerpunkt des Formats: Historisches Wissen sollte nicht losgelöst von den Fragen der jungen Menschen behandelt werden. Die Beschäftigung mit der Shoah wurde mit einer Auseinandersetzung über Antisemitismus, Rassismus und Verantwortung in der Gegenwart verbunden.


Awa Yavari und Doğuş Albayrak begleiteten den Dialog


Die Moderation übernahmen Awa Yavari und Dogus Albayrak. Sie führten durch das Gespräch, griffen die Beiträge der Jugendlichen auf und strukturierten den Austausch. Die begleitende Veröffentlichung verweist dabei auf ihre Erfahrung in der politischen Jugendbildung und in der Moderation sensibler Dialogformate zu Antisemitismus, Rassismus, Zivilcourage und Demokratie.


Der Tugçe Albayrak e.V. war durch die Mitwirkung von Dogus Albayrak an der Moderation beteiligt. Im Mittelpunkt seines Rückblicks stehen die Jugendlichen: Sie sollten nicht nur angesprochen werden, sondern mit ihren eigenen Fragen und Sichtweisen zum Gespräch beitragen.


Ein gemeinsames Format im Jubiläumsjahr „80 Jahre Hessen“


Die Veranstaltung war ein gemeinsames Format der Abteilung Integration im Hessischen Sozialministerium und der Landesbeauftragten für die Beteiligung und Förderung von Kindern und Jugendlichen im Jubiläumsjahr „80 Jahre Hessen“. Unter dem Leitgedanken „Erinnern erleben – Verantwortung mitgestalten“ brachte sie Jugendliche und eingeladene Gesprächsgäste in einen direkten Austausch.


Wir danken den Organisator:innen, der Bernhard-Adelung-Schule, der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule sowie allen Gästen und Mitwirkenden für die Begegnung. Unser besonderer Dank gilt den Schülerinnen und Schülern, die sich mit ihren Fragen, Gedanken und Einwänden auf das Gespräch eingelassen und es mitgestaltet haben.


Erinnerung braucht Raum für Fragen – und Menschen, die einander zuhören.





  • Schülerinnen und Schüler sowie Mitwirkende der Begegnung „Erinnern erleben – Verantwortung mitgestal
  • Schülerinnen und Schüler sowie Mitwirkende der Begegnung „Erinnern erleben – Verantwortung mitgestal
  • Schülerinnen und Schüler sowie Mitwirkende der Begegnung „Erinnern erleben – Verantwortung mitgestal
  • Schülerinnen und Schüler sowie Mitwirkende der Begegnung „Erinnern erleben – Verantwortung mitgestal
  • Schülerinnen und Schüler sowie Mitwirkende der Begegnung „Erinnern erleben – Verantwortung mitgestal
  • Schülerinnen und Schüler sowie Mitwirkende der Begegnung „Erinnern erleben – Verantwortung mitgestal

Fotos: Marcel Maffei für HSMI.

Bildnachweis jeweils: Marcel Maffei für HSMI.



Ansprechpartner:

Batuhan Yildirim

Praktikant




 
 
 

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