Zivilcourage gemeinsam erproben – Alltagshelden an der Käthe-Kollwitz-Schule Offenbach
Zwei Lerngruppen setzen sich theaterpädagogisch mit Verantwortung, gegenseitiger Unterstützung und besonnenem Handeln auseinander

Schüler*innen der Käthe-Kollwitz-Schule in Offenbach erfahren im Workshop über Zivilcourage, Verantwortung und gemeinschaftlichen Zusammenhalt.
Offenbach am Main, 28.09. & 30.09.2026
Am 28. und 30. September 2026 war der Tuğçe Albayrak e. V. mit seinem theaterpädagogischen Bildungsformat „Alltagshelden – Zivilcourage erleben“ an der Käthe-Kollwitz-Schule in Offenbach am Main zu Gast. An den beiden Workshoptagen stand eine gemeinsame Frage im Mittelpunkt: Wie können Menschen für andere einstehen und dabei die eigene Sicherheit im Blick behalten?
Am 28. September nahmen 25 Schülerinnen und Schüler aus dem Bereich Hauptschulabschluss teil. Begleitet wurde die Gruppe von Frau Bieber und Frau Sieber.
Am 30. September folgte eine weitere Gruppe mit 25 bis 30 Teilnehmenden, begleitet von Frau Ruppel und Frau Frick. Diese Gruppe bestand aus Sprachanfängerinnen und Sprachanfängern, die seit etwa drei bis vier Jahren in Deutschland leben.
Ansprechpartnerin für beide Termine war Susanne Bischof. Ermöglicht wurden die Workshops durch die Finanzierung des Jugendamts Offenbach.
Ein Zugang, der nicht nur auf Sprache setzt
Die beiden Lerngruppen brachten unterschiedliche Voraussetzungen mit. Gerade für die Sprachanfängerinnen und Sprachanfänger des zweiten Termins bietet der theaterpädagogische Ansatz einen Zugang, der nicht ausschließlich auf ausführlichen Gesprächen beruht. Auch Bewegungen, Gesten, Mimik, Blickkontakt und räumliche Positionen gehören zu den Ausdrucksmitteln des Formats.
Eine Grenze kann im Spiel durch eine Geste sichtbar werden; Nähe und Abstand lassen sich körperlich wahrnehmen. Wer eine Rolle übernimmt oder eine Szene beobachtet, kann sich auch jenseits langer Erklärungen mit der Situation auseinandersetzen. Sprache bleibt dabei wichtig, wird aber durch weitere Möglichkeiten des Ausdrucks und der Verständigung ergänzt.
Dieser Ansatz eröffnet Raum für Beteiligung, ohne sprachliche Sicherheit zur einzigen Voraussetzung zu machen. Das gemeinsame Thema verbindet beide Termine: andere aufmerksam wahrnehmen, persönliche Grenzen achten und Möglichkeiten gegenseitiger Unterstützung erkunden. Die Teilnehmenden werden dabei nicht auf ihren Bildungsweg oder ihre Sprachkenntnisse reduziert, sondern als Menschen mit eigenen Perspektiven und Ideen angesprochen.
Verantwortung übernehmen, ohne sich zu gefährden
Ein zentraler Grundgedanke von „Alltagshelden“ ist, Zivilcourage nicht mit unüberlegtem Eingreifen zu verwechseln. Es geht nicht darum, einen Konflikt zu gewinnen oder allein für dessen Lösung verantwortlich zu sein. Vielmehr richtet sich der Blick auf Unterstützung, die die Bedürfnisse der betroffenen Person und den eigenen Schutz berücksichtigt.
Im Konzept gehören dazu das Organisieren von Hilfe, das Einbeziehen weiterer Menschen und die bewusste Hinwendung zu Betroffenen. Auch Stimme, Körpersprache und Distanz werden als Bestandteile des eigenen Handlungsspielraums betrachtet. Der Workshop bietet Gelegenheit, solche Möglichkeiten zu erkunden, ohne zu versprechen, dass sich jede reale Situation vollständig kontrollieren lässt.
Impulse für ein respektvolles Miteinander
Die Termine an der Käthe-Kollwitz-Schule boten damit einen gemeinsamen Rahmen für unterschiedliche Zugänge zu Verantwortung und respektvollem Miteinander. Als Impuls können die Workshops Anknüpfungspunkte schaffen, um Fragen nach Unterstützung, eigenen Grenzen und solidarischem Handeln im weiteren Schulalltag aufzugreifen.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmenden sowie bei Frau Bieber, Frau Sieber, Frau Ruppel und Frau Frick für die Begleitung der Gruppen. Ebenso danken wir Susanne Bischof für die Zusammenarbeit und die organisatorische Unterstützung sowie dem Jugendamt Offenbach für die Finanzierung.
Zivilcourage verlangt keine perfekte Antwort auf jede Situation. Sie beginnt mit der Bereitschaft, hinzusehen, andere nicht allein zu lassen und im Rahmen der eigenen Möglichkeiten Verantwortung zu übernehmen.
Ansprechpartnerin: Fabienne Fromm
Projektkoordination




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