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Empathie, Mut, Verantwortung: Wie junge Menschen Haltung entwickeln am Carl-Bosch-Gymnasium (Ludwigshafen)

Updated: Jul 29

Theaterpädagogik als Schlüssel zur Demokratieförderung


Das Workshop-Team des Tuğçe Albayrak e. V. mit engagierten Schüler:innen der KGS Niederrad. In einem inspirierenden Theaterworkshop wurden Mut, Empathie und Verantwortung erlebbar gemacht – ein starkes Zeichen für gelebte Zivilcourage im Klassenzimmer.
Haltung sichtbar machen: Zehnt- und Elftklässler:innen des Carl-Bosch-Gymnasiums in Ludwigshafen setzten gemeinsam mit dem Tuğçe Albayrak e. V. kraftvolle Zeichen für Mut, Empathie und Zivilcourage.


Ludwigshafen, 29.04.25


Was braucht es, damit junge Menschen nicht schweigen – sondern Haltung zeigen? Dieser Leitfrage widmete sich der Workshop „Alltagshelden – Zivilcourage erleben“, den der Tuğçe Albayrak e. V. am 29. April 2025 im Rahmen der Projektwoche „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ am Carl-Bosch-Gymnasium in Ludwigshafen durchführte. Unser Workshop zählte die höchste Teilnehmendenzahl unter den neun Angeboten der Projektwoche – ein Indikator für die Relevanz des Themas und das starke Interesse der Schüler:innen an Zivilcourage. Zwei Oberstufenklassen in den Jahrgängen 10 und 11 wurden eingeladen, ihre Haltung zu stärken, ihre Stimme zu erheben und ihren Mut im Miteinander zu erproben. Organisiert wurde das Projekt mit großem Engagement von Yannick Rousset, dessen Koordination und pädagogisches Feingefühl den Rahmen für eine wirkungsvolle Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Verantwortung schufen.


Das Carl-Bosch-Gymnasium (CBG) in Ludwigshafen ist ein öffentliches Gymnasium mit rund 1.000 Schüler:innen und einem differenzierten Bildungsprofil. Es bietet G8- und G9-Züge und setzt verstärkt auf moderne Unterrichtskonzepte – darunter Medienbildung, individualisierte Lernwege, bilingualen Unterricht sowie ein umfassendes Methodentraining. Das Schulklima ist geprägt durch eine dialogorientierte Schulkultur, gegenseitigen Respekt und eine starke Schulgemeinschaft. Die Schule versteht sich als Ort der Persönlichkeitsbildung, an dem Eigenverantwortung, Urteilsfähigkeit und soziales Engagement ausdrücklich gefördert werden – ideale Voraussetzungen, um Zivilcourage nicht nur zu thematisieren, sondern durch theaterpädagogische Mittel spürbar werden zu lassen.



Theaterpädagogik als Erfahrungsraum für Demokratie


Das Workshop-Team – bestehend aus Doğuş Albayrak, Tobias Varennes und Can Kuscu – brachte Expertise aus Theaterpädagogik, Antidiskriminierungsarbeit und politischer Bildung ein. Gemeinsam mit den Schüler:innen wurden reale Konfliktsituationen inszeniert, analysiert und in Handlungsalternativen übersetzt. In szenischen Improvisationen und Rollenspielen entwickelten die Jugendlichen Situationen aus ihrem Lebensumfeld: verbale Übergriffe, Gruppendruck, Wegsehen im Netz oder Ausgrenzung im Schulalltag. Statt moralischer Appelle standen Reflexion, Körpereinsatz und die Kraft empathischer Intervention im Mittelpunkt. Dabei entstand ein Raum, in dem Fehler erlaubt, Perspektiven verschoben und Mut gelernt wurde.



Zivilcourage als erlebbare Kompetenz


Besonders eindrucksvoll war, mit wie viel Offenheit und Ernsthaftigkeit sich die Schüler:innen den Themen widmeten. Für viele war es das erste Mal, dass sie ihre eigenen inneren Widerstände – Unsicherheit, Angst vor Ablehnung oder Unentschlossenheit – konkret benennen und im geschützten Rahmen überwinden konnten. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden wie auch der begleitenden Lehrkräfte zeigten: Der Workshop hat Wirkung entfaltet. Empathie wurde gestärkt, Kommunikationswege geöffnet, und neue Blickwinkel auf Alltagsverantwortung erschlossen. Die Jugendlichen nahmen mit, dass Zivilcourage im Kleinen beginnt – im Klassenraum, auf dem Pausenhof, in digitalen Räumen – und dass jede:r Teil der Veränderung sein kann.



Erinnerungskultur, die bewegt


Benannt nach Tuğçe Albayrak, die 2014 auf tragische Weise ihr Leben verlor, weil sie mutig für andere einstand, macht der Verein es sich zur Aufgabe, ihre Haltung in Bildungsarbeit zu übersetzen. Der Workshop am Carl-Bosch-Gymnasium war ein weiterer Schritt auf diesem Weg: ein lebendiges Plädoyer für Zivilcourage, das im Gedächtnis bleibt – und im Alltag weiterwirkt.


Ansprechpartnerin: Besarta Velija

Projektkoordination Alltagshelden

b.velija@tugcealbayrak.net | +49 151 265 866 05


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