Zivilcourage früh erproben – Theaterpädagogik an der Georg-Büchner-Schule
Updated: 2 days ago
Zwei 6. Klassen setzen sich mit Verantwortung, Ausgrenzung und mutigem Handeln im Schulalltag auseinander

Schüler der 6. Klasse der Georg-Büchner-Schule erfahren im Workshop über Zivilcourage, Verantwortung und gemeinschaftlichen Zusammenhalt.
Frankfurt am Main, 07.09. & 10.09.2026
Am 7. und 10. September 2026 war der Tuğçe Albayrak e. V. mit seinem theaterpädagogischen Bildungsformat „Alltagshelden – Zivilcourage erleben“ an der Georg-Büchner-Schule in Frankfurt am Main zu Gast. An den beiden Workshoptagen nahmen zwei 6. Klassen mit insgesamt 45 Schüler*innen teil: eine Gruppe mit 21 und eine weitere mit 24 Schüler*Innen. Begleitet wurden die Klassen von Frau Meziu und Frau Berk.
Unser besonderer Dank gilt Josephine Baumann, die als Ansprechpartnerin an der Schule die Planung und Durchführung der Workshops unterstützte und eine angenehme Zusammenarbeit ermöglichte.
Alltagsheld im Klassenraum
Im Mittelpunkt der Workshops standen Situationen, die viele Schüler*Innen aus ihrem Alltag kennen: Jemand wird ausgeschlossen, ein Streit droht zu eskalieren, eine Person wird ausgelacht oder eine Gruppe schweigt, obwohl Unterstützung gebraucht wird. Solche Momente wirken oft klein, können für Betroffene aber sehr belastend sein.
Mithilfe theaterpädagogischer Übungen konnten die Schüler und Schülerinnen diese Situationen aus unterschiedlichen Perspektiven erleben. Sie schlüpften in verschiedene Rollen, beobachteten Gruppendynamiken und probierten aus, wie sich ein Konflikt verändert, wenn jemand eingreift, Hilfe holt oder einer betroffenen Person zur Seite steht. Dabei wurde deutlich: Zivilcourage muss nicht laut oder riskant sein. Sie beginnt häufig mit einem klaren Nein, einem unterstützenden Blick, einem ruhigen Satz oder dem Mut, eine erwachsene Vertrauensperson einzubeziehen.
Gerade für jüngere Schüler*innen ist dieser praktische Zugang besonders wertvoll. Statt abstrakt über Mut und Verantwortung zu sprechen, konnten sie konkret erfahren, wie Körpersprache, Stimme und Haltung wirken. Sie spürten, wie es sich anfühlt, eine Grenze zu setzen, Unterstützung anzubieten oder in einer schwierigen Situation nicht allein zu bleiben.
Lernen mit Kopf, Herz und Körper
Theaterpädagogik schafft einen geschützten Erfahrungsraum, in dem Kinder und Jugendliche Handlungsoptionen ausprobieren dürfen, ohne dafür bewertet zu werden. Nicht die perfekte Darstellung stand im Vordergrund, sondern die Frage: Was kann ich tun, wenn ich merke, dass jemand unfair behandelt wird?
Die Schüler*innen setzten sich mit Unsicherheiten auseinander, die in solchen Situationen häufig entstehen: Soll ich etwas sagen? Was denken die anderen? Kann ich helfen, ohne mich selbst in Gefahr zu bringen? Gemeinsam entwickelten sie Antworten, die zu ihrem Alter und ihrem Schulalltag passen. Dazu gehörten einfache, aber wirksame Möglichkeiten wie das Ansprechen einer Lehrkraft, das Unterstützen einer betroffenen Person nach der Situation oder das gemeinsame Einschreiten mit anderen.
So wurde Zivilcourage als Fähigkeit erfahrbar, die geübt werden kann. Die Schüler*innen lernten, dass Verantwortung nicht bedeutet, allein eine perfekte Lösung finden zu müssen. Verantwortung kann auch heißen, aufmerksam zu bleiben, sich Hilfe zu holen und nicht gleichgültig zu reagieren.
Impulse für den Schulalltag
Die beiden Workshoptage an der Georg-Büchner-Schule zeigten, wie wirkungsvoll frühe Impulse für Zivilcourage sein können. Durch szenisches Lernen, Perspektivwechsel und gemeinsame Reflexion wurden Themen wie Empathie, Verantwortung und Selbstwirksamkeit für die Schüler greifbar.
Wir bedanken uns herzlich bei den 45 Schüler*innen der beiden 6. Klassen für ihre Offenheit und ihre aktive Beteiligung. Ebenso danken wir Frau Meziu und Frau Berk für die Begleitung der Klassen sowie Josephine Baumann für die wertschätzende Zusammenarbeit und die organisatorische Unterstützung.
Die Workshops an der Georg-Büchner-Schule haben gezeigt: Zivilcourage kann früh gelernt werden — dort, wo junge Menschen erleben dürfen, dass Fairness, Respekt und Verantwortung nicht nur Worte sind, sondern gelebte Praxis im schulischen Alltag.
Ansprechpartnerin: Fabienne Fromm
Projektkoordination




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