Drei Workshops, viele Perspektiven: Zivilcourage an der Georg-Büchner-Schule
- Fabienne Fromm
- Apr 30
- 2 min read
Theaterpädagogische Bildungsarbeit mit SchülerInnen der Jahrgänge 9 und 10
Wie verändert sich eine Situation, wenn eine Person den ersten Schritt macht und nicht länger schweigt? Mit dieser Frage beschäftigten sich 54 Jugendliche bei drei Workshops des Tuğçe Albayrak e. V. an der Georg-Büchner-Schule in Frankfurt.

Schüler der 9. und 10. Klasse der Georg-Büchner-Schule lernen über Zivilcourage, gemeinschaftlichen Zusammenhalt und Verantwortung.
Frankfurt am Main, 22. und 23.04.2026
Am 22. und 23. April 2026 war der Tuğçe Albayrak e. V. mit seinem theaterpädagogischen Bildungsformat „Alltagshelden – Zivilcourage erleben“ an der Georg-Büchner-Schule zu Gast. Am ersten Tag fanden zwei Workshops mit Schüler der 10. Klassen statt. Am darauffolgenden Tag nahm eine 9. Klasse an einem weiteren Workshop teil. Insgesamt konnten an den beiden Tagen 54 Schüler erreicht werden.
Eine Schule, die respektvolles Miteinander in den Mittelpunkt stellt
Die Georg-Büchner-Schule ist eine integrierte Gesamtschule, an der Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Voraussetzungen gemeinsam lernen. Unter dem Leitgedanken „fair, respektvoll und wertschätzend“ versteht die Schule Vielfalt und Unterschiedlichkeit als Stärke. Soziales Lernen, kooperatives Miteinander, Selbstständigkeit und die Übernahme von Verantwortung sind feste Bestandteile ihres pädagogischen Selbstverständnisses. Der Workshop „Alltagshelden – Zivilcourage erleben“ knüpfte unmittelbar an diese schulischen Schwerpunkte an.
Handlungsfähigkeit durch szenisches Erproben
Mithilfe theaterpädagogischer Übungen entwickelten die Schüler eigene Szenen und spielten unterschiedliche Reaktionsmöglichkeiten durch. Sie erprobten, wie eine klare Ansprache wirken kann, wann es sinnvoll ist, weitere Personen hinzuzuholen, und wie Betroffene unterstützt werden können, ohne die eigene Sicherheit aus dem Blick zu verlieren.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem bewussten Einsatz von Stimme, Körperhaltung und räumlicher Positionierung. Die Jugendlichen konnten unmittelbar erfahren, welchen Unterschied es macht, ob jemand zögerlich am Rand stehen bleibt oder sichtbar Haltung einnimmt. Auch kleine Veränderungen innerhalb einer Szene zeigten, dass Eingreifen viele Formen haben kann: widersprechen, Unterstützung anbieten, andere aufmerksam machen, Hilfe organisieren oder eine betroffene Person aus der Situation begleiten.
Das szenische Arbeiten eröffnete damit einen Zugang, der über das reine Gespräch hinausging. Konflikte wurden nicht nur analysiert, sondern in ihrer Dynamik körperlich erfahrbar. Die Jugendlichen hatten die Möglichkeit, verschiedene Entscheidungen auszuprobieren, ihre Wirkung zu beobachten und anschließend gemeinsam zu reflektieren.
Danksagung
Unser Dank gilt Josephine Baumann für die freundliche und verlässliche Zusammenarbeit während der Planung. Ebenso bedanken wir uns bei den begleitenden Lehrkräften, die die Klassen während der Workshops betreuten und einen unterstützenden Rahmen schufen.
Vor allem danken wir den 54 Schüler der 9. und 10. Klassen für ihre Bereitschaft, Situationen neu zu betrachten, Rollen zu wechseln und eigene Handlungsideen zu entwickeln. Die entstandenen Szenen endeten mit dem Workshop. Die darin erprobten Entscheidungen können jedoch überall dort weiterwirken, wo es im Alltag darauf ankommt, aufmerksam zu bleiben und Verantwortung nicht anderen zu überlassen.
Ansprechpartnerin: Fabienne Fromm
Projektkoordination










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