Zivilcourage im Alltag erprobt. Theaterpädagogik an der Gesamtschule Obersberg
- Fabienne Fromm
- Jul 2
- 3 min read
Theaterpädagogik als Schlüssel zur Demokratieförderung
Wenn Mut sichtbar wird: Theaterpädagogik an der Gesamtschule Obersberg bringt Zivilcourage, Selbstwirksamkeit und Teamgeist auf die Bühne.

Schüler der 8. Klasse der Gesamtschule Obersberg erproben im Workshop Zivilcourage, Verantwortung und gemeinschaftlichen Zusammenhalt.
Bad Hersfeld, 05.05., 08.05., 18.05., 01.06., 02.06. & 25.06.2026
Zivilcourage beginnt dort, wo junge Menschen im geschützten Raum Verantwortung erfahren dürfen. An insgesamt sechs Workshoptagen war der Tuğçe Albayrak e. V. im Mai und Juni 2026 mit seinem theaterpädagogischen Bildungsformat „Alltagshelden – Zivilcourage erleben“ an der Gesamtschule Obersberg in Bad Hersfeld zu Gast. Am 05.05., 08.05., 18.05., 01.06., 02.06. und 25.06.2026 nahmen insgesamt 139 Schüler der 8. Klassen an den Workshops teil. Es entstanden lebendige Lernräume, in denen Empathie, Haltung und Verantwortungsbewusstsein nicht nur besprochen, sondern praktisch erfahrbar wurden.
Die Gesamtschule Obersberg
Die Gesamtschule Obersberg ist eine staatliche, kooperative Gesamtschule ab Jahrgang 5 bis 10 und zeichnet sich durch ein vielfältiges pädagogisches Profil aus. Neben dem regulären Unterricht bietet die Schule Ganztagsbetreuung, Arbeitsgemeinschaften, Praxislernen und Schulsozialarbeit. Damit schafft sie ein Lernumfeld, das junge Menschen nicht nur fachlich begleitet, sondern auch in ihrer persönlichen und sozialen Entwicklung stärkt. Dieses offene pädagogische Umfeld bot ideale Voraussetzungen, um Zivilcourage nicht nur theoretisch zu behandeln, sondern als konkrete Haltung erfahrbar zu machen.
Theaterpädagogik als Resonanzraum
Im Zentrum der Workshops stand das körperlich erfahrbare Lernen. Die Schüler entwickelten in Gruppen eigene Szenen, reflektierten Rollen innerhalb von Konflikten und erprobten unterschiedliche Perspektiven: Was fühlt eine Person, die ausgegrenzt wird? Warum schweigen Umstehende? Was braucht es, damit jemand den Mut findet, einzugreifen? Und wie kann Unterstützung aussehen, ohne eine Situation weiter zu verschärfen?
Theater wurde so zum Trainingsfeld für Empathie, Selbstwirksamkeit und demokratisches Handeln. In den Übungen zeigte sich, wie sehr Körpersprache, Blickkontakt und Stimme das eigene Auftreten verändern können. Viele Jugendliche entdeckten neue Handlungsspielräume und setzten sich intensiv damit auseinander, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen für sich selbst, für andere und für das Miteinander in der Klasse.
Besonders wertvoll war dabei die Offenheit der Schüler. Sie ließen sich auf ungewohnte Methoden ein, brachten eigene Erfahrungen ein und entwickelten gemeinsam Strategien für einen achtsamen Umgang miteinander. Gerade dadurch entstanden Momente, in denen deutlich wurde: Zivilcourage ist keine heroische Ausnahme, sondern beginnt in alltäglichen Situationen, in denen Menschen einander wahrnehmen und füreinander einstehen.
Impulse für die Schulkultur
Die sechs Workshops an der Gesamtschule Obersberg zeigten eindrucksvoll, wie wirkungsvoll theaterpädagogische Bildungsarbeit im schulischen Kontext sein kann. Die Jugendlichen setzten sich nicht nur mit Begriffen wie Mut, Verantwortung und Empathie auseinander, sondern konnten diese Werte konkret erleben und einüben. Dabei wurde deutlich, dass Demokratiebildung dort besonders nachhaltig wirkt, wo junge Menschen selbst aktiv werden, eigene Fragen stellen und Handlungsoptionen praktisch ausprobieren dürfen.
Ein Impuls aus Bad Hersfeld mit Strahlkraft
Die Workshopreihe an der Gesamtschule Obersberg macht sichtbar, wie pädagogische Erinnerungsarbeit, kreative Bildungsformate und Demokratieförderung ineinandergreifen können. Der Tuğçe Albayrak e. V. konnte in Bad Hersfeld erneut zeigen, dass Schule ein Ort sein kann, an dem Zivilcourage wächst, wenn junge Menschen ernst genommen, begleitet und bestärkt werden.
Ein herzlicher Dank gilt der Gesamtschule Obersberg, dem Ansprechpartner Özgür Kutluay, allen beteiligten Lehrkräften und besonders den 139 Schüler der 8. Klassen, die sich mit Offenheit, Mut und Kreativität auf den Prozess eingelassen haben. Die Impulse dieser sechs Workshoptage wirken hoffentlich weiter: in Gesprächen, im Schulalltag und in einer Schulkultur, in der Respekt, Mitmenschlichkeit und Zivilcourage gelebte Praxis sind.
Ansprechpartnerin: Fabienne Fromm
Projektkoordination










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