Haltung zeigen und Verantwortung übernehmen: Zivilcourage an der Fürstenbergerschule
30 Schüler der 9. Klasse der Fürstenbergerschule lernen über Zivilcourage, gemeinschaftlichen Zusammenhalt und Verantwortung.
Frankfurt am Main, 30.04.2026
Zivilcourage zeigt sich häufig nicht in außergewöhnlichen Heldentaten, sondern in alltäglichen Situationen: wenn jemand widerspricht, statt zu schweigen, Unterstützung anbietet oder sich schützend vor eine ausgegrenzte Person stellt. Am 30. April 2026 war der Tuğçe Albayrak e. V. mit seinem theaterpädagogischen Bildungsformat „Alltagshelden – Zivilcourage erleben“ an der Fürstenbergerschule in Frankfurt am Main zu Gast.
In dem Workshop setzten sich 30 Schüler einer 9. Klasse mit der Frage auseinander, wie sie in Konflikt- und Ausgrenzungssituationen verantwortungsvoll handeln können.
Zivilcourage als praktische Erfahrung
Im Mittelpunkt des Workshops stand nicht allein das Gespräch über Mut und gesellschaftliche Verantwortung. Die Jugendlichen erhielten vielmehr die Gelegenheit, unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten selbst auszuprobieren.
Dabei ging es beispielsweise um Gruppendruck, Beleidigungen, Ausgrenzung oder die Unsicherheit, wie man reagieren soll, wenn eine andere Person Unterstützung benötigt. Die SchülerInnen untersuchten gemeinsam, warum Menschen in solchen Momenten manchmal wegsehen oder schweigen. Anschließend entwickelten sie Möglichkeiten, wie ein Eingreifen aussehen kann, ohne sich selbst unnötig in Gefahr zu bringen.
Durch das szenische Arbeiten wurden die Folgen verschiedener Verhaltensweisen unmittelbar sichtbar. Körpersprache, Stimme, Blickkontakt und die Position im Raum spielten dabei ebenso eine Rolle wie die Frage, wann es sinnvoll ist, weitere Personen einzubeziehen oder Hilfe zu holen. Auf diese Weise wurde Zivilcourage nicht als abstrakte Forderung behandelt, sondern als konkrete Fähigkeit, die eingeübt und weiterentwickelt werden kann.
Die Fürstenbergerschule – Prävention und individuelle Begleitung
Die Fürstenbergerschule ist eine traditionsreiche Realschule im Frankfurter Nordend. Das Thema Prävention besitzt an der Schule bereits seit vielen Jahren einen festen Stellenwert. Seit dem Schuljahr 2004/2005 beteiligt sich die Fürstenbergerschule als eine der Pilotschulen am Gewaltpräventionsprogramm „PIT – Prävention im Team“. Dabei arbeiten Schule, Polizei und Jugendhilfe zusammen, um Schüler Handlungskompetenzen für schwierige und potenziell gewaltsame Situationen zu vermitteln.
Der Workshop „Alltagshelden – Zivilcourage erleben“ knüpfte an diese präventive Arbeit an und ergänzte sie um einen theaterpädagogischen Zugang. Die Jugendlichen konnten soziale Konflikte nicht nur analysieren, sondern verschiedene Reaktionen unmittelbar darstellen, verändern und gemeinsam auswerten.
Mut beginnt mit einer Entscheidung
Der Workshop an der Fürstenbergerschule machte deutlich, dass Zivilcourage erlernbar ist. Sie beginnt dort, wo Menschen ihre Umgebung aufmerksam wahrnehmen und sich bewusst gegen Gleichgültigkeit entscheiden. Dazu kann ein klares Wort ebenso gehören wie das Hinzuholen einer Lehrkraft, das Unterstützen einer betroffenen Person oder die Weigerung, sich an Ausgrenzung und Abwertung zu beteiligen.
Theaterpädagogische Bildungsarbeit schafft einen Raum, in dem solche Entscheidungen ohne unmittelbare Konsequenzen erprobt werden können. Die Jugendlichen erfahren dabei, dass sie auch in schwierigen Situationen über Handlungsmöglichkeiten verfügen. Dieses Bewusstsein stärkt nicht nur die persönliche Selbstwirksamkeit, sondern kann auch zu einem respektvolleren und solidarischeren Miteinander innerhalb der Schule beitragen.
Wir bedanken uns herzlich bei den 30 Schüler für ihre Beteiligung und ihre Bereitschaft, sich auf die Übungen und Perspektivwechsel einzulassen. Ebenso danken wir Herrn Popal für die Begleitung der Klasse sowie Oskan Volz für die angenehme Zusammenarbeit und die organisatorische Unterstützung. Der gemeinsame Workshoptag hat einen wichtigen Impuls dafür gesetzt, im Alltag aufmerksam zu bleiben, Verantwortung zu übernehmen und dort Haltung zu zeigen, wo andere Unterstützung benötigen.
Ansprechpartnerin: Fabienne Fromm
Projektkoordination




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