Türkische Gemeinde in Deutschland zu Gast bei unserem Verein
Am 19. September 2026 begrüßten wir 30 Vertreterinnen der Türkischen Gemeinde in Deutschland e.V. (TGD) aus rund 10 Bundesländern bei unserem Verein in Frankfurt am Main. Mit dabei waren auch Geschäftsführer Martin Gerlach und Bundesvorsitzende Mehtap Caglar. Der Besuch war Teil der zweitägigen Sitzung des TGD-Vertreterinnenrats und bot Gelegenheit unsere Arbeit kennenzulernen und ein Anliegen in den Mittelpunkt zu stellen, das uns verbindet: Menschen darin zu bestärken, die Gesellschaft mitzugestalten und Verantwortung füreinander zu übernehmen.

TGD Vertreter*innen zu Besuch beim Tugce Albayrak Verein 19.09.2026
Wer ist die Türkische Gemeinde in Deutschland?
Die Türkische Gemeinde in Deutschland e.V. wurde am 2. Dezember 1995 gegründet, um die Belange und Interessen türkeistämmiger Menschen, sowie allen anderen Menschen mit Migrationshintergrund, gegenüber Öffentlichkeit, Politik und Verwaltung zu vertreten. Die TGD versteht sich als Teil der Demokratie- und Menschenrechtsbewegung in Deutschland.
Ihr Ziel ist eine lebendige Migrationsgesellschaft, in der Vielfalt nicht nur zum Alltag gehört, sondern auch in Institutionen, Politik und Medien sichtbar vertreten ist.
Im Mittelpunkt steht dabei Partizipation – also die Möglichkeit, sich einzubringen, mitzuentscheiden und die Gesellschaft mitzugestalten. Die TGD setzt sich dafür ein, die politischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen dafür zu verbessern. Neben der Interessenvertretung arbeitet sie mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten und eigenen Projekten an diesen Zielen.
Was unsere Vereine verbindet
In diesem Selbstverständnis erkennen wir wichtige Anliegen unserer eigenen Arbeit wieder. Auch wir als Tugçe Albayrak e.V. möchten, dass Menschen gehört werden, Verantwortung übernehmen und ein respektvolles Zusammenleben aktiv mitgestalten können.
Während die TGD diese Anliegen durch ihre bundesweite Interessenvertretung, ihre Verbandsarbeit und ihre Projekte verfolgt, bringen wir insbesondere unsere Erfahrungen aus der Bildungsarbeit zu Zivilcourage und Gewaltprävention ein. Darin sehen wir eine wichtige Verbindung: Gesellschaftliche Mitgestaltung braucht sowohl Möglichkeiten zur Beteiligung als auch Menschen, die sich zutrauen, diese zu nutzen.
Während des einstündigen Besuchs stand unser Verein im Mittelpunkt. Für uns war es wichtig, zugänglich zu machen, was uns antreibt: Wir möchten die Erinnerung an Tugçe mit einer Aufgabe für die Gegenwart verbinden.
Es liegt eine besondere Verbundenheit zwischen der TGD und unserem Verein, zumal Tugce Albayrak für ihre Zivilcourage und Menschlichkeit von der Gemeinde im Jahr 2016 geehrt wurde, sowie die Teilnahme des Vorsitzenden der Türkischen Gemeinde zum 10 jährigen Gedenktag an Tugce.
Eine konkrete Verbindung zur TGD besteht auch über den MeinLand-Fachtag, bei dem wir am 11. September 2026 in Berlin unseren Workshop „Alltagshelden – Zivilcourage in Bewegung“ eingebracht haben. Dort konnten wir unsere theaterpädagogischen Methoden mit anderen Engagierten aus der kulturellen Bildungsarbeit teilen. Für uns gehört beides zusammen: eigene Erfahrungen weitergeben und offen dafür bleiben, was wir von anderen lernen können.
Dialog auch bei schwierigen Themen
Neben den Beratungen und Berichten des Vertreter*innenrats gehörte ein Fachworkshop mit Muniba Kahlon von der Bildungsstätte Anne Frank zum Tagungsprogramm. Unter dem Titel „Zwischen Spannungsfeldern und Solidarität: Der jüdisch-muslimische Dialog im Krisenkontext“ verband er fachliche Impulse mit Austausch.
Die damit verbundenen Fragen beschäftigen auch uns: Wie bleiben Menschen bei unterschiedlichen Erfahrungen miteinander im Gespräch? Wie begegnen wir Vorurteilen? Und wie zeigen wir Solidarität, gerade wenn der Austausch schwierig wird?
Für uns beginnt das damit, zuzuhören und Menschen mit ihren Erfahrungen ernst zu nehmen. Ein respektvolles Miteinander bedeutet nicht, immer einer Meinung zu sein. Es bedeutet, Unterschiede auszuhalten und dabei die Würde jedes Menschen zu achten.
Ein herzlicher Dank gilt der Türkischen Gemeinde in Deutschland e.V. und den Delegierten, die sich Zeit für den Besuch bei uns genommen haben.
Ansprechpartnerin: Naomi Yeboah
Praktikantin




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