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Mut beginnt mit Wahrnehmung: Drei Workshops an der Kreuzburgschule

Mar 31
3 min read

Siebtklässler erproben Zivilcourage, Perspektivwechsel und verantwortungsvolles Handeln


Hinsehen, eine Situation richtig einschätzen und gemeinsam nach Handlungsmöglichkeiten suchen: Bei drei Workshops an der Kreuzburgschule in Hainburg setzten sich Schüler der 7. Klassen damit auseinander, was Zivilcourage in ihrem eigenen Alltag bedeuten kann.


Schüler der 7. Klasse der Kreuzburgschule in Hainburg erproben im Workshop Zivilcourage, Verantwortung und gemeinschaftlichen Zusammenhalt.


Hainburg, 17., 20. und 24.03.2026


An drei Tagen im März 2026 besuchte der Tuğçe Albayrak e. V. die Kreuzburgschule in Hainburg. Im Rahmen des theaterpädagogischen Bildungsformats „Alltagshelden – Zivilcourage erleben“ nahm jeweils eine 7. Klasse an einem Workshop teil.


Die Kreuzburgschule: den ganzen Menschen im Blick


Die Kreuzburgschule ist eine weiterführende Haupt- und Realschule in Hainburg. Ihr Leitbild steht unter dem Gedanken, stets den ganzen Menschen wahrzunehmen. Damit verbindet die Schule den Anspruch, Jugendliche nicht ausschließlich nach ihren schulischen Leistungen zu beurteilen, sondern auch ihre individuellen Talente, Ziele, Möglichkeiten und Herausforderungen zu berücksichtigen.


Dieses Verständnis bot einen passenden Ausgangspunkt für die Workshops. Auch beim Thema Zivilcourage geht es darum, Menschen aufmerksam wahrzunehmen, ihre Perspektiven ernst zu nehmen und Verantwortung für das gemeinsame Miteinander zu entwickeln. Die theaterpädagogischen Methoden ergänzten den schulischen Bildungsauftrag daher um einen praktischen Erfahrungsraum, in dem soziales Handeln unmittelbar erprobt werden konnte.



Was tun, wenn andere wegsehen?


Im Alltag begegnen Jugendliche immer wieder Situationen, in denen Grenzen überschritten oder einzelne Personen ausgeschlossen werden. Häufig ist ihnen bewusst, dass etwas nicht richtig ist. Dennoch fällt es nicht immer leicht, zu reagieren. Die Sorge, selbst zum Ziel zu werden, die Unsicherheit über das richtige Verhalten oder der Einfluss einer Gruppe können dazu führen, dass Betroffene ohne Unterstützung bleiben.


Gemeinsam untersuchten die Jugendlichen, was in diesen Situationen geschieht. Sie richteten den Blick nicht nur auf die unmittelbar beteiligten Personen, sondern auch auf diejenigen, die beobachten, schweigen oder unsicher bleiben. Dadurch entstand ein differenziertes Bild davon, dass Konflikte selten nur zwei Personen betreffen. Auch das Verhalten der Umstehenden kann entscheidend beeinflussen, wie sich eine Situation entwickelt.


Neue Reaktionen auf der Bühne ausprobieren


In szenischen Übungen stellten die Schüler verschiedene Alltagssituationen nach und entwickelten mögliche Reaktionen. Die Jugendlichen beobachteten, wie Stimme, Abstand, Blickkontakt und Körperhaltung eine Situation beeinflussen. Sie konnten unmittelbar ausprobieren, wann ein Auftreten Sicherheit vermittelt und wie eine Gruppe reagiert, wenn jemand ihre bisherige Dynamik unterbricht. 


Nicht jede Situation ließ sich durch einen einzigen Satz oder eine bestimmte Geste lösen. Gerade darin lag ein wichtiger Teil des Lernprozesses. Die Schüler waren dazu eingeladen, unterschiedliche Möglichkeiten miteinander zu vergleichen und darüber nachzudenken, welche Reaktion angemessen, wirksam und sicher sein könnte.


Drei Klassen, drei eigene Lernerfahrungen


Obwohl alle Workshops dieselben grundlegenden Themen behandelten, brachte jede Klasse eigene Gedanken, Erfahrungen und Gruppendynamiken ein. Dadurch entwickelten sich unterschiedliche Gespräche und Szenen. Die Schüler setzten eigene Schwerpunkte und zeigten, welche Situationen sie besonders beschäftigen.


Unser Dank gilt Alina Grosan für die Koordination und die angenehme Zusammenarbeit im Vorfeld der Workshopreihe. Ebenso bedanken wir uns bei Herrn Tanfal, Herrn Strei und Herrn Grasmann für die Begleitung der Klassen und ihre Unterstützung während der Veranstaltungen. Besonderer Dank gilt an die Schüler*Innen der 7. Klasse, die mit ihrer Offenheit und ihrer Bereitschaft, sich auf die szenischen Übungen und Perspektivwechsel einzulassen, den Tag besonders geprägt haben.


Die drei Tage an der Kreuzburgschule haben gezeigt, dass Aufmerksamkeit der erste Schritt zu couragiertem Handeln sein kann. Wer erkennt, was mit anderen geschieht, kann bewusster entscheiden, wie Unterstützung aussehen soll. Aus dieser Aufmerksamkeit können kleine Veränderungen entstehen: in einer Klasse, innerhalb einer Gruppe und überall dort, wo Menschen bereit sind, einander nicht aus dem Blick zu verlieren.




Ansprechpartnerin: Fabienne Fromm

Projektkoordination


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